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*** Willkommen bei unserem Adventskalender! ***

Hinter jeder Kugel unseres musikalischen Adventskalenders verbirgt sich ein anderer politischer Song. Von jedem Song werden zunächst nur ein paar Liedzeilen veröffentlicht, anhand derer es dann zu erraten gilt:

- Wie lautet der Songtitel?
- Wer hat ihn 
gesungen?
- In welchem Jahr ist er erschienen?

Wer miträt, kann natürlich auch etwas gewinnen :-) Hier zu den Teilnahmebedingungen und Preisen.

Am jeweils darauf folgenden Tag lösen wir die Fragen auf bzw. veröffentlichen den gesamten Liedtext und den Song zum Nachhören.

Viel Spaß beim Mitraten!

 

SONG 16

AUFLÖSUNG

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Live 8-Konzert in Kanada mit dem "All Star Ensemble"

 

ROCKING IN THE FREE WORLD aus dem Jahr 1989 von NEIL YOUNG
 

There's colors on the street
Red, white and blue
People shufflin' their feet
People sleepin' in their shoes
But there's a warnin' sign on the road ahead
There's a lot of people sayin' we'd be better off dead
Don't feel like Satan, but I am to them
So I try to forget it any way I can

Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world

I see a woman in the night
With a baby in her hand
There's an old street light (near a garbage can)
Near a garbage can (near a garbage can)
And now she put the kid away and she's gone to get a hit
She hates her life and what she's done to it
There's one more kid that'll never go to school
Never get to fall in love, never get to be cool

Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world

We got a thousand points of light
For the homeless man
We got a kinder, gentler machine gun hand
We got department stores and toilet paper
Got Styrofoam boxes for the ozone layer
Got a man of the people, says keep hope alive
Got fuel to burn, got roads to drive

Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world
Keep on rockin' in the free world

zur deutschen Übersetzung

 

ZUR ENTSTEHUNG


Die Freiheitshymne "Rocking in the free world" ist ein Song des kanadischen Rock-Musikers Neil Young. Er erschien 1989, am Ausgang des Kalten Krieges. Seit Jahrzehnten singt Neil Young gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt an - und für seine politischen Überzeugungen. Seine vertonten politischen Stellungnahmen ziehen sich deshalb wie ein roter Faden durch sein Songs. "Rocking in the free world" klingt mit seinem etwas dumpfen Refrain wie eine Durchhalteparole aus dem glorreichen Amerika an den Rest der Welt. Doch von dem Kanadier Young gibt es keine patriotischen Fanfaren auf das "Land Of The Free" zu hören, vielmehr lenkt er den Blick auf Probleme und Missstände. Und trotz der Lage ergeht der Appell: Keep on rocking in the free world!

Kritisches Statement zur Präsidentschaft von George H.W. Bush

Rockin‘ in The Free World ist ein kritisches Statement Youngs zur Präsidentschaft des Republikaners George H.W. Bush. So wird dessen Bemerkung „thousand points of light“ aus seiner Inaugurationsrede direkt zitiert. Ebenso gibt es Anspielungen auf Versprechen aus einer Wahlkampfrede von 1988, die USA würden eine „kinder, gentler nation“ werden.
In seinem Song  "Let’s Impeach The President" ging Neil Young noch einen Schritt weiter und forderte  gar die Amtsenthebung des damaligen Präsidenten Georg W. Bush, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten war.

Verbot an Donald Trump "Rockin’ In The Free World" für seine Wahlkampfzwecke zu nutzen

Donald Trump ist ein Fan von Neil Young und hat in seinem Wahlkampf Songs von Neil Young als musikalische Untermalung verwendet  Vor allem dieser Song hatte es ihm angetan. Neil Young hingegen hegte keinerlei Sympathien für Donald Trump. Er untersagte ihm, seine Musik weiterhin für Wahlkampfzwecke zu nutzen.

In den Songs der vergangenen Jahre setzte sich Neil Young verschiedentlich mit der politischen Lage in den USA unter Trump auseinander. Allerdings erwähnte er Donald Trump dabei nie explizit, sondern kritisierte generell einen Politiker-Typus, der wie ein Gameshow-Moderator regiere:

Neil Young: „Ich mag es nicht, seinen Namen in einem Song zu erwähnen Denn genau das wünscht er sich ja. Ich möchte ihn nicht auf diese Weise aufbauen. Am liebsten würde er jeden Tag drei Geschichten über sich in der Tageszeitung lesen und am besten stünden alle auf der Titelseite. Darum geht es ihm. Er lebt in den Medien. Und leider macht er seinen Job sehr geschmack- und verantwortungslos. Der Rest der Welt leidet unter ihm.“

Was willst du mit der Songauswahl [für das Album "Americana"] konkret sagen bzw. vermitteln?

Neil Young: "Nun, zunächst einmal dachte ich, dass das klassische Konzeptalbum tot wäre. Aber das ist es nicht. Und als ich das erkannte, entschied ich mich, es einfach zu versuchen. Also Musik wieder als Medium zu benutzen, vielleicht sogar zu missbrauchen. Was es ja kaum noch gibt. Diese Qualität der Musik ist nahezu vergessen – sie ist zur reinen Unterhaltung verkommen. Zu einer Art Klangtapete, zu der man Kartoffeln schält oder Kreuzworträtsel löst. Also nichts, was einen groß beschäftigen könnte. Und das ist verdammt traurig. Das ist nicht der Grund, warum ich Musik mache. Denn da würde ich mich in einem Maße eingeschränkt fühlen, dass ich lieber ganz drauf verzichte. Denn: Ein Künstler, der sein Publikum nicht erreicht, hat seinen Job verfehlt. Ich hoffe, dass es bei mir nie soweit kommt."

Worin besteht die Botschaft?

Neil Young: "Es geht um dasselbe wie immer. Also das, was ich den Leuten schon seit Jahren vermitteln will: Ich versuche sie auf eine Art spirituelle Reise zu schicken, die es ihnen ermöglicht, neue Kraft und frische Ideen zu sammeln, um wieder auf die Beine zu kommen – physisch und psychisch. Es geht darum, sich wieder zu finden. Und zwar in einer Welt, die sich ständig verändert, und die von uns verlangt, dass wir nicht stehen bleiben, sondern offen und variabel sind, um uns den jeweiligen Verhältnissen anzupassen. Wie die Natur. Und ich bin mir sicher, dass wir das können, dass uns das gelingt – sofern wir nur wollen. Ich bin sehr optimistisch, was das Gute im Menschen betrifft. Zumindest bei denjenigen, die noch Menschen sind."

Weil es ja kaum schlimmer werden kann?

Neil Young: "Das stimmt! Und das ist genau der Grund, warum das Pendel irgendwann in die andere Richtung ausschlagen wird – die der Weitsicht und des Verstehens. Eben, weil jeder irgendwann kapiert, wie schlecht hier alles läuft – selbst die Leute, die dafür verantwortlich sind, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Von daher gibt es gar keine Alternative, als dass es irgendwann in die entgegengesetzte Richtung geht. Und dann wird die Energie, die aufgewandt wird, um diesen ganzen Mist zu reparieren und besser zu machen, einfach riesig sein. Schließlich gibt es eine Menge intelligenter Menschen in diesem Land, die zudem eine Menge Geld haben, und die nicht irgendwelche krakenartigen multinationalen Konzerne leiten. Sondern es sind Internet-Leute und technische Pioniere. Also richtige Denker, die die Welt, wie wir sie kennen, komplett verändern werden. Eben Firmen mit gigantischem Machtpotential, die längst von Milliardären geleitet werden und dafür sorgen, dass es einen neuen amerikanischen Traum gibt."

Der Song wurde zahlreich gecovert. Neben der bekannten Version von Pearl Jam, die das Lied auch regelmäßig live spielen, existiert auch eine von Gerhard Gundermann mit deutschem Text und dem Titel "Alle oder keiner" aus dem Jahr 1991.

Quellen: Classic Rock, Die Anstiifter, RP Online, Tagblatt.ch

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

zum Themenbereich USA in unserem Themenkatalog.