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Der Onlinekatalog der Zentralen

*** Willkommen bei unserem Adventskalender! ***

Hinter jeder Kugel unseres musikalischen Adventskalenders verbirgt sich ein anderer politischer Song. Von jedem Song werden zunächst nur ein paar Liedzeilen veröffentlicht, anhand derer es dann zu erraten gilt:

- Wie lautet der Songtitel?
- Wer hat ihn 
gesungen?
- In welchem Jahr ist er erschienen?

Wer miträt, kann natürlich auch etwas gewinnen :-) Hier zu den Teilnahmebedingungen und Preisen.

Am jeweils darauf folgenden Tag lösen wir die Fragen auf bzw. veröffentlichen den gesamten Liedtext und den Song zum Nachhören.

Viel Spaß beim Mitraten!

 

SONG 21

AUFLÖSUNG

 

DER BLAUE PLANET aus dem Jahr 1981 von KARAT
 

Tanzt unsere Welt mit sich selbst schon im Fieber?
Liegt unser Glück nur im Spiel der Neutronen?
Wird dieser Kuss und das Wort, das ich dir gestern gab
Schon das Letzte sein?
Wird nur noch Staub und Gestein ausgebrannt alle Zeit
Auf der Erde sein?
Uns hilft kein Gott, unsere Welt zu erhalten

Fliegt morgen früh um halb drei nur ein Fluch und ein Schrei
Durch die Finsternis?
Muss dieser Kuss und das Wort, was ich dir gestern gab
Schon das Letzte sein?
Soll unser Kind, das die Welt noch nicht kennt
Alle Zeit ungeboren sein?
Uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten

 

ZUR ENTSTEHUNG


"Der blaue Planet" ist ein Song der bereits 1975 in Berlin gegründeten Rock-Band Karat. Sie gehört zu den bekanntesten Bands der DDR  Mit ihrem erfolgreichsten Song "Über sieben Brücken musst du gehn" erlangte sie enorme Popularität. Nach dem Tod von Sänger Heribert Dreilich übernahm sein Sohn Claudius den Gesangpart.

Der Text des Songs "Der blaue Planet" bezieht sich auf die Ängste und Gefahren einer nuklearen Katastrophe als Folge des sich verschärfenden Kalten Kriegs und gilt daher auch als Friedenshymne. Das gleichnamige Album aus dem Jahr 1982 (Single 1981) ist das erfolgreichste Rockalbum der DDR. Es erschien zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands, in der DDR verkaufte es sich über eine Million Mal, in der Bundesrepublik Deutschland konnten bis 1989 rund eine halbe Million Exemplare abgesetzt werden

Erfolgreichste deutschsprachige Rockband der DDR

Karat sind zweifelsfrei eine der erfolgreichsten deutschen Bands, die ein wichtiges Kapitel ostdeutscher Rockgeschichte geschrieben haben. Geehrt mit Musikpreisen und Goldenen Schallplatten, schon vor der Wende in Ost und West gleichermaßen beliebt. "Dass man Generationen mit seiner Musik beeinflusst hat. Das macht einen sehr stolz", erzählt Gitarrist Bernd Römer im Interview anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums.

Sie hätten damals in allen großen TV-Shows im Westen spielen können, so Bernd Römer, doch zu der Zeit habe die  DDR-Führung ihnen Auftritte im Westen verboten, mit der Begründung, DDR-Kulturschaffende dürften in Westmedien nicht erscheinen. Erst ein paar Jahre später, mit der Friedenshymne "Der blaue Planet" durften Karat wieder in der BRD auftreten. Es folgte eine Einladung zu "Wetten, dass..?" - als einzige DDR-Band. Karat war für die Regierung in Ost-Berlin ein lukrativer Kulturexport, der noch dazu ein positives Image transportierte. Rund 60 Prozent der Gagen gingen an den Staat. Die Band wurde demnach auch von der Stasi überwacht. "Wir haben zwar keinen Bewacher mit auf Tour bekommen. Aber man musste immer damit rechnen, dass jemand auftauchte und rumschnüffelte", so Bernd Römer. Doch mit der Zeit entwickelten die Musiker ein Gespür dafür, wer von den Leuten hinter der Bühne der Stasimann war.

Zu Zeiten der DDR waren die Texte eher noch verschlüsselt wie in „„Der Blaue Planet“. Sind Ihre Botschaften heute direkter?

Claudius Dreilich: "Wir haben immer schon mit Metaphern, Symbolen oder Bildern gearbeitet. Lyrische Textpassagen gehören auch heute noch zu Karat. Heute arbeiten wir mit weniger Druck, da die politische Zensur wegfällt. Dennoch würde ich nicht sagen, dass sich unsere Texte verändert haben."

Gibt es für Euch noch das Publikum, welches Liedtexte auch weiterhin zwischen den Zeilen lesen bzw. zu hören vermag?

Claudius Dreilich: "Gibt es, dabei möchte ich doch unsere Stammfans ausklammern, die es immer vermochten, auch bei unseren neuen Titeln. Sicherlich gibt es auch bei der jüngeren Generation einige mit dieser Fähigkeit, letztendlich sind es da aber nicht so viele, wie wir es gerne hätten. Ich glaube es liegt wohl daran, dass sich der Anspruch in Deutschland mittlerweile etwas anders gestaltet, sich verlagert hat. Wir lassen uns deshalb davon nicht beirren und von unserem musikalischen Weg abbringen."

Karat hat sich in der Vergangenheit auch vor umweltpolitischen und kritischen Songtexten nicht gescheut. Werdet ihr in der Zukunft solche Themen wieder verarbeiten und wie seht ihr persönlich einen Zusammenhang zwischen Politik und populärer Musik?

Christian Dreilich: "Das ist schwierig, mit populärer Musik kann man mit Sicherheit diese Welt nicht verändern, aber wir fühlen uns als Künstler auch irgendwie verpflichtet, solche Thematiken wieder aufzugreifen und zu verarbeiten. Es ist aber auch sehr schwierig, einen Text zu kreieren, der sich nicht krude bzw. verkorkst anhört, und hinter welchem wir auch persönlich voll und ganz stehen können.
Wir haben uns in der Gestaltung unseres aktuellen Tourplakates wieder stark daran zurückorientiert, und das Motiv "Der Blaue Planet", zählt sicherlich in der Bandgeschichte zahlenmäßig zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen überhaupt. Dieses Thema, so traurig es klingt, ist wieder genau so aktuell, wie es vor zwanzig Jahren war."

Quellen: Wikipedia , t-onlineRocktimes, Schweriner Volkszeitung

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

zum Themenbereich DDR  und Krieg und Terror in unserem Themenkatalog.