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*** Adventskalender - 21. Dezember ***

Mit unserem Adventskalender wollen wir aus verschiedenen Blickwinkeln einen Blick auf die Weihnachtszeit werfen. Und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. Wer uns die richtige Antwort auf unsere Tages-Frage schickt, nimmt an der Verlosung teil.

 

Wie lautet die Frage des Tages?

Was bedeutet den Deutschen das Weihnachtsfest?  fragte das Institut für Demoskopie in Allensbach die Bevölkerung in Ost und West. In erster Linie nannten die Befragten: "Ein besonderes Familienfest", doch wo wurde dies öfter angegeben, im Osten oder im Westen?


Wer sich auf auf unserer Seite zum Thema DDR umschaut, wird auf die richtige Antwort stoßen.

Am 21. Dezember werfen wir einen Blick zurück auf Weihnachten in der DDR. Wie feierte man Weihnachten in einem atheistischen Staat, der das Familienfest bis Anfang der 1980er Jahre säkular umzudeuten suchte in ein "Fest der Friedens" oder kürzer in: "das Fest". Und wie schafft man es angesichts der angespannten Versorgungslage  für ausreichend Stollen und Weihnachtsbäume zu sorgen? Sowohl für die damalige DDR-Führung als auch die Bürger eine große Herausforderung. Einmal mehr war Improvisation gefragt.

Im folgenden zitieren wir aus der MDR-Serien "Weihnachten in der DDR", hier zur vollständigen Serie.

 

Improvisieren für das Fest

Weihnachten ohne Stollen war auch in der DDR undenkbar. Aber wie in anderen Lebensbereichen diktierte auch hier die Versorgungslage - oder besser der Mangel - die Vorbereitungen. Schon im frühen Herbst fingen viele Familien an, Zutaten für den Stollen zu sammeln. Aber bestimmte Zutaten gab es einfach nicht. Die Großbäckereien standen vor einem echten Problem. Albrecht Großmann, zu DDR-Zeiten Produktionsleiter im Backwarenkombinat Döbeln, erinnert sich: Sultaninen waren knapp, Mandeln waren knapp, Zitronat und Orangeat gab es überhaupt nicht, so sind wir auf die Rohstoffe ausgewichen, die zur Verfügung standen." Als Zitronat-Ersatz wurden grüne Tomaten kandiert und als Orangeat-Imitat Möhren.

Westpaket und Weihnachtsfest

Nach dem Mauerbau 1961 nahm die Zahl der Pakete aus dem Westen mit der Aufschrift "Geschenksendung! Keine Handelsware!" zu. Insbesondere in der Weihnachtszeit. Neben Kaffee, Zigaretten und Damenstrümpfen spielten auch Zutaten für den Stollen eine wichtige Rolle. Zitronat und Orangeat beizeiten gen Osten geschickt, wurden dann kurz vor Weihnachten mit einem Rückpaket gen Westen belohnt. Darin enthalten waren oft ein Stollen oder weihnachtliche Schnitz- oder Drechselkunst aus dem Erzgebirge. Für die Wirtschaftsplaner der DDR waren die Westpakete eine feste Größe im alljährlichen Versorgungsmarathon. Und für viele Bürger eine willkommene Ergänzung auf dem Gabentisch.

Der Kampf mit dem Weihnachtsbaum

Einen gut gewachsenen Weihnachtsbaum zu bekommen, war meist ein Glücksfall. Viele Bäume, die aus dem Erzgebirge kamen, waren "mickrig" und verkrüppelt. Da der laufende Meter aber nur zwei Mark kostete, wurden oft gleich zwei Bäume gekauft. Kunstvoll wurden die guten Zweige des einen Baums abgesägt und entweder mit Hilfe des Klebstoffs "Duosan Rapid" in den Stamm des anderen eingeklebt oder in kleine Löcher gesteckt, die man in den Stamm bohrte. Behängt wurde der Baum mit bunten Kugeln, die man über die Jahre gesammelt hatte, und mit Lametta. Aber auch Zinnlametta war Mangelware. So wurde es meistens nach den Festtagen vorsichtig vom Baum genommen und verwahrt. Zum nächsten Weihnachtsfest soll es in manchen Familien mit dem Bügeleisen wieder glatt gebügelt worden sein, auf dass es wie neu vom Baum glänze.

"Vorweihnachtliche Kalender"

Bei diesem beliebten Produkt kämpfte die DDR einen letztlich vergeblichen Kampf gegen christliche Traditionen. So gab es Adventskalender zwar eigentlich zu jeder Zeit, nur durften sie bis Anfang der siebziger Jahre offiziell so nicht genannt werden. Auf Rechnungen und Bestellungen erschien stattdessen der Begriff "vorweihnachtliche Kalender". Christliche Motive durften bis 1973 darauf gar nicht gedruckt werden. Dann erhielt erstmals ein kleiner Verlag in der Lausitz die Erlaubnis, das Christkind und die Heiligen Drei Könige darzustellen. Es gab aber auch sozialistische Varianten, wie etwa einen Adventskalender, auf dem Junge Pioniere mit Haltstuch und Käppi zu sehen waren. Verbreitete Motive waren außerdem Weihnachtsmärkte oder Winterszenen mit Kindern oder in der Natur. Aber durchgesetzt haben sich diese Motive nicht, das bis heute beliebteste Motiv ist ein kleiner Sakralbau aus dem Erzgebirge: die spätbarocke, achteckige Kirche aus Seiffen.

Die Mär von der "Jahresendfigur"

Wenn es um Weihnachten in der DDR geht, ist gerne von der "geflügelten Jahresendfigur" die Rede. Obwohl der Begriff wahrscheinlich nur Legende ist. 1971 soll es gewesen sein, in einem Katalog der DDR-Werbeagentur DEWAG, der die "Waren täglichen Bedarfs" anpries. Da soll es gestanden haben, das Wort: "geflügelte Jahresendfigur" - einen Weihnachtsengel meinend, der aber nicht Engel heißen durfte in einem Land, das sich auf den dialektischen Materialismus berief und dessen "Obere" einen atheistischen Groll gegen alles Christliche pflegten.  Dabei ist - zumindest nach den Recherchen des Rochlitzer Museologen Franz Schmidt - die "geflügelte Jahresendfigur" eine Legende, nicht nachweisbar in Quellen.

 

Wie kann man teilnehmen?

An jedem Tag stellen wir eine Frage zu einem bestimmten Thema. Wer die richtige Antwort weiß, schickt diese  bitte  über eine facebook-Nachricht oder per E-Mail an info@remove-this.politische-bildung.de. Wer möchte, kann auch an mehreren Tagen mitraten bzw. die vergangenen Tages-Fragen im Nachhinein lösen und somit mehrfach an der Verlosung teilnehmen, um seine Gewinnchancen zu erhöhen.

Teilnahmeschluss ist der 24. Dezember 2017. 

 

Was gibt es zu gewinnen?

24 x das Wissensspiel "STIMMT´S?"
Ein unterhaltsames Ratespiel um Wissenswertes und Witziges, Wichtiges und Unwichtiges mit Fragen aus Alltag, Geschichte, Geographie, Politik.

24 x 10 Postkarten aus unserer Serie "Politikverdrossenheit!?"

Die Auslosung der Gewinner erfolgt in der Woche nach Aktions-Ende. Die Gewinner werden jeweils aus den richtigen Antworten der einzelnen Tages-Fragen ermittelt. Die Gewinner werden dann Anfang Januar per E-Mail bzw. Facebook von uns benachrichtigt.

 

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