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Jemen

Krieg und Hungersnot

Foto: Mazrak Camp, north-west Yemen, IRIN Photos, flickr, CC BY-NC-ND 2.0
Foto: Mazrak Camp, north-west Yemen, IRIN Photos, flickr, CC BY-NC-ND 2.0

Im Zuge des Arabischen Frühlings kam es 2011 auch im Jemen zu Protesten. Doch der Übergang in eine Demokratie ist gescheitert. Seit Jahren herrscht nun Bürgerkrieg im Land. Das sunnitische Regime unter Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi bekämpft die schiitischen Huthi-Rebellen.

 

Die 2015 gestartete Militäroperation, angeführt von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, führte zu einem Mehrfrontenkrieg im Jemen. Die Situation hat sich damit noch weiter zugespitzt. Im Stellvertreterkrieg Saudi-Arabiens mit dem Iran - der schiitischen Schutzmacht der Huthi - sind vor allem die Zivilisten, insbesondere die Kinder, die Leidtragenden. Die Situation der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Der Kampf zwischen den verfeindeten Parteien hat zu einer Hungerkatastrophe im Land geführt. Luftangrffe haben weite Teile des Landes zerstört, Millionen Kinder sind aktuell vom Hungertod bedroht, die UN spricht von der derzeit schlimmsten humanitären Krise der Welt.

Humanitäre Krise

85.000 Kinder im Jemen an Hunger und Krankheit gestorben
Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Schätzungen der Hilfsorganisation Save the Children zwischen April 2015 und Oktober 2018 rund 85.000 Kleinkinder an Hunger und Krankheit gestorben.
(Ärzteblatt, 21.11.2018)

Humanitäre Krise im Jemen - Kampf ums Überleben
Im Jemen herrschen Krieg, Hunger und Armut. Millionen Menschen brauchen dringend Lebensmittel und medizinische Hilfe. Besonders betroffen sind junge Mütter und ihre Kinder. Gouri Sharma und Mohamed Hussein berichten.
(Qantara, 13.11.2018)

Jemen: Schwere Hungersnot
Laut UN sind durch den Bürgerkrieg bald 14 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Kinder sterben an Unterernährung, denn Hilfslieferungen kommen kaum noch an.
(NDR, 16.11.2018)

UN-Appell für den Jemen - 14 Millionen Menschen von Hunger bedroht
Von der Hungersnot im Jemen könnt nach UN-Angaben bald die Hälfte der Bevölkerung betroffen sein. Der UN-Nothilfekoordinator rief zu einer Waffenpause und mehr Geld für Hilfslieferungen auf.
(Tagesschau, 24.10.2018)

"Die Jemeniten haben keine Zeit mehr"
Nirgendwo wütet der Hunger so sehr wie im Jemen, sagt der Chef des Welternährungsprogramms. Ein Gespräch mit David Beasley über Krieg, Hunger und Völkerrecht.
(Der Tagesspiegel, 11.10.2018)

Welthungerhilfe: Jemen
Die Bevölkerung im Jemen leidet unter der politischen Instabilität des Landes: Der Bürgerkrieg zwischen sunnitischen und schiitischen Gruppierungen brach 2015 aus und flammt seitdem immer wieder auf. Über 3 Millionen Menschen sind vor den bewaffneten Auseinandersetzungen auf der Flucht. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Cholera-Ausbrüchen. Die Menschen brauchen Hilfe in vielen Lebensbereichen: Es fehlt an sauberem Wasser, Medikamenten und Nahrung. Das Factsheet Jemen mit Daten und Zahlen über die aktuelle Situation im Jemen.
(Welthungerhilfe)

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Jemen: Die größte humanitäre Katastrophe | Weltspiegel
Die Friedensgespräche in Genf sind erneut gescheitert. Leid und Elend im Jemen werden nicht gestoppt. Die Leidtragenden dieses gnadenlosen Krieges sind Zivilisten, vor allem Kinder.
(ARD, Weltspiegel)

Unicef: Drohende Hungersnot in Jemen
1,8 Millionen Kinder im Jemen leiden Hunger. Für 400.000 Kinder unter fünf Jahren ist der Hunger gar lebensbedrohlich: Sie sind so stark unterernährt, dass sie jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Und die Situation in dem Bürgerkriegsland spitzt sich weiter zu.
(Unicef)

Jemen
Bereits vor Ausbruch des Krieges zwischen Huthi-Milizen und der von Saudi-Arabien angeführten Koalition war die Menschenrechtslage  in Jemen äusserst prekär. Mit den jüngst begangenen Kriegsverbrechen hat sich die Lage der Zivilbevölkerung dramatisch verschlechtert.
(Amnesty International)

Krieg im Jemen

Jemen - Konfliktporträt
Der Transitionsprozess, der nach den erfolgreichen Protesten des "Arabischen Frühlings" von 2011 begann, ist gescheitert. Seit 2015 tobt ein Mehrfrontenkrieg, in den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interveniert haben. Eine politische Lösung ist in weite Ferne gerückt. Es droht eine humanitäre Katastrophe.
Dossier Innerstaatliche Konflikte, 16.11.2017
(Bundeszentrale für politische Bildung)

Krieg im Jemen - Huthi-Rebellen setzen Angriffe aus
Die vom Iran unterstützen Huthi-Rebellen haben angekündigt, zunächst auf Raketenangriffe zu verzichten. Der Schritt soll Friedensgespräche ermöglichen. Sollte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition zum Frieden bereit sein, so seien es die Rebellen ebenfalls.
(Tagesschau, 19.11.2018)

Debatte um deutsche Rüstungsexporte - Der Kampf geht weiter
Der Ausfuhrstopp an die Konfliktparteien im Jemen muss aufrechterhalten bleiben – und in einem Rüstungsexportgesetzt an verbindliche Kriterien geknüpft werden.
(Qantara, 29.1.2018)

Saudi-Arabiens Krieg im Jemen
Die von Saudi-Arabien angeführte Intervention im Jemen tritt in eine neue Phase. Für die Führung in Riad ist sie die wichtigste Priorität in ihrem Kalten Krieg mit Iran. Die antiiranische Rhetorik des US-Präsidenten Trump hat die Saudis ermutigt, ihr militärisches Vorgehen fortzusetzen. Mehrmals hat Riad erklärt, dass es bereit ist, den seit März 2015 anhaltenden Waffengang gegen die Allianz aus Huthi-Rebellen und dem ehemaligen Präsidenten Salih samt seinen Anhängern noch lange fortzuführen.
(Stiftung Wissenschaft und Politik, Juli 2017)

Kein Stellvertreterkrieg im Jemen
Die Unterschätzung lokaler Dynamiken fördert die Internationalisierung des Konflikts.
Seit Donald Trump sein Amt als US-Präsident angetreten hat, scheint ein Ende des Jemen-Konflikts in weite Ferne gerückt. Das Weiße Haus wieder vorbehaltlos hinter das Königreich. Die neue US-Administration sieht in den Huthis fälschlich nur einen Stellvertreter Irans, dessen Einfluss in der Region zurückgedrängt werden soll.
(Stiftung Wissenschaft und Politik, März 2017)

Militärintervention im Jemen seit 2015
(Wikipedia)

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Sanaa Jemen
„Staatsstreich“ oder „Revolution“ in der jemenitischen Hauptstadt
(Stiftung Wissenschaft und Politik, 2015)

Krieg im Jemen: Revolution und saudische Intervention
Jemen steht erneut im Brennpunkt internationaler Aufmerksamkeit: Nach der Machtaufgabe des autoritär regierenden Präsidenten Saleh im Kontext des Arabischen Frühlings und der Einleitung eines nationalen Dialogs dauerten die internen Machtkämpfe weiter an. Die Machtübernahme der schiitischen Huthi-Rebellen hat das Nachbarland Saudi-Arabien zum militärischen Eingreifen animiert.
(ETH Zürich, Center for Security Studies, Juni 2015)

Schauplätze und Nebenschauplätze eines Krieges
Was Saudi-Arabien mit dem Krieg im Jemen erreichen will, ist unklar. Die Bombardements werden jedenfalls keine Probleme lösen. Im Gegenteil: Es kommen viele neue hinzu – etwa die Stärkung Al-Qaidas oder die gefährliche Konfrontation zwischen Iran und Saudi-Arabien.
(Qantara, 11.5.2015)

Der Jemen und die Büchse der Pandora
Beinahe stündlich verschlechtert sich die Lage im Jemen. Die saudischen Luftangriffe heizen den Konflikt weiter an. Es droht die Destabilisierung einer ganzen Region, schreibt der politische Analyst und "Economist"-Journalist Adam Baron.
(Qantara, 30.3.2015)

Am Abgrund
Krisen sind im Jemen nichts Neues. Das Land leidet unter einem regionalen Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien und unter einem fest verwurzelten Al-Qaida-Ableger. Geteilt durch Stammeszwiste und eine Abspaltungsbewegung, wurde der Jemen zu einem Musterbeispiel für alles, was in der arabischen Welt schief gehen kann.
(Qantara, 23.2.2015)

Proteste 2011/2012

Der Jemen und die ''Arabellion'' - Revolution in der Warteschleife
Während in den beiden Ursprungsländern des Arabischen Frühlings, Tunesien und Ägypten, die politischen Turbulenzen anhalten und in Syrien der blutige Bürgerkrieg weiter tobt, scheint im Jemen der Umbruch gänzlich ins Stocken geraten zu sein, wie Nader Alsarras berichtet.
(Qantara, 26.2.2018)

Pro-demokratische Proteste im Jemen - Gefangen im Patt der Eliten
Weder Versprechen von politischen Reformen noch der Einsatz von massiver Repression haben die Proteste im Jemen bisher stoppen können. Gewaltsame Auseinandersetzungen überschatten aber zunehmend die bisher friedlichen pro-demokratischen Demonstrationen. Wohin steuert der Jemen?
(Bundeszentrae für politische Bildung, 18.10.2011)

Proteste im Jemen
Am Montag 4. April 2011 wurden bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten im Jemen mehrere hundert Menschen verletzt. Seit Wochen fordern Demonstranten den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh, der das Land seit 32 Jahren regiert.
Hintergrund aktuell, 4.4.2011
((Bundeszentrae für politische Bildung)

Proteste im Jemen 2011/2012
(Wikipedia)

Unterrichtsmaterialien

Arbeitsblatt: Jemen vor dem Staatszerfall
Am 20. März 2015 zündeten Selbstmordattentäter in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, in zwei von schiitischen Huthi-Milizen besuchten Moscheen, Bomben. Mehr als 130 Menschen starben. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ bekannte sich zu dem Anschlag, ob das Bekennerschreiben echt ist, ist weiterhin unklar. Bei aller Verwirrung wird deutlich, dass sich die Spaltung des Landes vertieft.
(Frieden und Sicherheit)

Arbeitsblatt: Jemen – zwischen Staatszerfall und Terrorismus
Der Jemen ist ein Land, das geprägt ist von Armut, Drogenanbau, politischer Zerrissenheit und geringen Zukunftsperspektiven. Der Jemen gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt und gilt als das ärmste Land der Arabischen Halbinsel. Rund 50 Prozent der Bevöl-
kerung   leben   im   Jahr   2010   unterhalb   der Armutsgrenze.
(Frieden und Sicherheit)

Factsheet Jemen 2018
Seit  Jahren herrscht im Jemen Bürgerkrieg, dessen Hauptursachen weit zurück in der Geschichte des Landes zu suchen sind. Über 22 Millionen Menschen benötigen inzwischen humanitäre Hilfe, das sind 75 Prozent der Bevölkerung. Für rund 14 Millionen Menschen wird es zunehmend unsicher, wie sie sich ernähren sollen. 
(Welthungerhilfe)

Filme

Jemen: Die größte humanitäre Katastrophe | Weltspiegel
Die Friedensgespräche in Genf sind erneut gescheitert. Leid und Elend im Jemen werden nicht gestoppt. Die Leidtragenden dieses gnadenlosen Krieges sind Zivilisten, vor allem Kinder.
(ARD, Weltspiegel)

Wer kämpft in Jemen gegen wen?
Der Krieg in Jemen hat zu der derzeit schlimmsten humanitären Krise der Welt geführt – laut den Vereinten Nationen. Wie kam es zu dem Konflikt und welche Kriegspartei steht für was?!
(NZZ)

Was ist los im Jemen - Der Konflikt einfach erklärt
Jemen befindet sich im Bürgerkrieg. Doch was ist in dem Land eigentlich los? Wir erklären euch einfach zusammengefasst, was mit der Regierung passiert ist, was für eine Rolle die Huthi-Rebellen im Konflikt spielen und warum Saudi-Arabien das Land angreift.
(Was  geht ab?)

Jemen - Die Welt schaut weg
Jemen versinkt in einer humanitären Katastrophe: zwischen Sunniten und Schiiten tobt Krieg, der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran erschüttert das Land. Ein idealer Nährboden für Radikalisierung und Terror. Der Autor dieser Dokumentation hat ein Land bereist, das für ausländische Journalisten kaum zugänglich ist.
(Arte)

Die Hölle auf Erden - Syrien, Jemen & Co
Es sind Länder, deren Namen inzwischen für Gewalt, Zerstörung und großes Leid stehen: Syrien, Jemen, Nigeria, die Ukraine und andere Staaten wirken teilweise wie die Hölle auf Erden. Und wir schauen zu.
(MrWissen2go)

 

Passend dazu

 
 
 
 
 
 

Konfliktporträt Jemen

 

Seit 2015 tobt im Jemen ein Mehrfrontenkrieg, in den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interveniert haben. Eine politische Lösung ist in weite Ferne gerückt. Die Un spricht von einer großen humanitären Katastrophe. Eine Zusammenfassung des Konfllikts im Jemen bei der bpb.

 
 
 
 
 

Jemen - Die Welt schaut weg

 

Jemen versinkt in einer humanitären Katastrophe: zwischen Sunniten und Schiiten tobt Krieg, der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran erschüttert das Land. Ein idealer Nährboden für Radikalisierung und Terror. Der Autor dieser Arte-Dokumentation "Jemen - Die Welt schaut weg" hat ein Land bereist, das für ausländische Journalisten kaum zugänglich ist.

 
 
 
 
 

Dossiers

 

Jemen - Drei Jahre Krieg
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(Qantara)
Irak
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Jemen
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Kampf ohne Grenzen

 

In der arabischen Welt lösen sich die Staaten auf. An ihre Stelle treten lokale Gruppen, die sich religiös legitimieren. Radikale Milizen oder Warlords übernehmen staatliche Aufgaben - eine Entwicklung, bei der es am Ende kaum Gewinner geben wird. Expertenbeiträge dazu in der Ausgabe 09/10/2014 "Kampf ohne Grenzen" der Zeitschrift Internationale Politik.