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Iran

Proteste zum Jahreswechsel und Konflikt um Atomabkommen

1979 Revolution anniversary in Zanjan, Iran, Foto:Mohammad Ali Jafari, Tasnim News Agency, Wikipedia.com, CC BY 4.0
1979 Revolution anniversary in Zanjan, Iran, Foto:Mohammad Ali Jafari, Tasnim News Agency, Wikipedia.com, CC BY 4.0

Zum Jahreswechsel 2017/2018 brachen im Iran Proteste gegen das Regime aus. Das Land erlebt die größten Proteste seit dem Aufstand "Green Wave", der nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 aufkam.  Die iranische Bevölkerung demonstriert gegen die wirtschaftliche Misere, gegen die Regierung, für Reformen und mehr Freiheit. Auf den Straßen entlädt sich der Zorn: „Wir leben wie Arme, sie wie Fürsten". Anfangs gingen die Menschen nur im Nordosten Irans auf die Straßen, mittlerweile haben die Proteste das ganze Land erfasst. Und die Proteste gehen weiter,  obwohl  es schon zu über 20 Toten und Tausende von Verhaftungen kam. Das Regime droht seinen Gegnern mit Hinrichtungen. Die Proteste sind mittlerweile zwar abgeflaut, aber die Wut ist geblieben und die Proteste können jederzeit wieder aufflammen.

 

Weiteres Potential für Streitigkeiten birgt der Streit um Irans Atomprogramm. Mehr als zehn Jahre verhandelten die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und die Bundesrepublik Deutschland mit dem Iran, um eine Lösung im Konflikt herbeizuführen.  2015 gelang schließlich der Durchbruch mit dem Atomabkommen.  Das iranische Atomprogramm sorgte dafür, dass Bestände an mit Uran angereichertem Material verdünnt oder außer Landes gebracht wurden. Ferner unterwirft sich der Iran den Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde. Im Gegenzug werden die Wirtschaftssanktionen gegen das Land aufgehoben. Dennoch bleiben Unsicherheiten und die ständige Sorge, ob sich der Iran auch tatsächlich weiterhin an das Abkommen halten wird. Jüngst hatte Trump gedroht, den Atomdeal zu kündigen.

Aktuelle Proteste

Proteste in Iran
Seit Ende Dezember protestieren Menschen in Iran. Zunächst gingen sie vor allem gegen Armut, Arbeitslosigkeit und die schlechte Versorgungslage auf die Straße. Doch längst richtet sich die Unzufriedenheit gegen das politische System und seine religiöse Ordnung.
Hintergrund aktuell, 11.1.2018)
(Bundeszentrale für politische Bildung)

Ehemaliger iranischer Staatspräsident: "Die Bevölkerung will keinen religiösen Staat"
Der frühere iranische Staatspräsident Abolhassan Banisadr rechnet damit, dass die Proteste im Iran fortgesetzt werden. "Dieses Regime verfügt im Inneren über keine solide Grundlage", sagte er im Dlf. Selbst die bislang loyalen unteren Gesellschaftsschichten hätten sich der Protestbewegung angeschlossen.
(Deutschlandfunk, 12.1.2018)

Proteste im Iran - Gemischte Gefühle
Was steckt hinter dem Aufstand in Iran? Der Westen denkt an den Schleierzwang und die Wut auf die Ayatollahs. Doch die Menschen haben andere Sorgen. Unsere Autorin hat sich in der Hauptstadt umgehört.
(Süddeutsche, 12.1.2018)

Keine "Revolution reloaded" in Sicht
40 Jahre nach dem Beginn der Islamischen Revolution wird der Iran erneut von Protesten erschüttert. Viele wirtschaftliche Probleme sind heute ähnlich wie in den 70er Jahren, auch erscheint das Regime kaum weniger repressiv und verknöchert als damals. Dennoch signalisieren die Proteste kaum den Beginn einer neuen Revolution, meint Ulrich von Schwerin.
(Qantara, 8.1.2018)

Einen Tiananmen kann sich Teheran nicht erlauben
Immer wieder zeigt die Bevölkerung im Iran ihren Unmut über das Versagen des Regimes. Die Jugend will sich ihr Lebensglück nicht rauben lassen. Das Regime ist ins Wanken geraten.
(Welt, 7.1.2018)

"Es gibt heute keine Wortführer"
Die Menschen im Iran seien sehr unzufrieden mit dem Regime und würden deshalb auf die Straße gehen, sagte der langjährige Teheran-Korrespondent Ulrich Pick im Dlf. Doch im Gegensatz zu letzten großen Protesten 2009 gebe es heute weder einen Wortführer noch dezidierte politische Forderungen.
(Deutschlandfunk, 6.1.2018)

Proteste im Iran - Die Wut ist geblieben
Die Proteste im Iran sind zwar abgeflaut, doch Experten glauben, dass sie jederzeit wieder losgehen könnten. Denn die Wut über das Regime, das die Armut nicht in den Griff bekommt und die Wünsche der jungen Generation ignoriert, ist nicht kleiner geworden.
(Tagesschau, 5.1.2018)

Proteste in der Islamischen Republik  - Blackbox Iran
Iran erlebt die größten Proteste seit fast zehn Jahren. Eine Woche nach ihrem Beginn bleibt aber vieles im Unklaren: Was wollen die Demonstranten eigentlich? Und: Nützen die Unruhen dem Regime am Ende gar?
(Spiegel, 3.1.2018)

Wird eine junge Iranerin zur Protest-Ikone?
Das Bild, auf dem sie ihr Kopftuch als weiße Flagge schwenkt, könnte zum Symbol der aktuellen Proteste in Iran werden. 
(jetzt, 1.1.2018)

Regierungskritische Proteste - Iran schränkt Zugang zu Internetdiensten ein
Die iranische Regierung hat den Zugang zu den Internetdiensten Telegram und Instagram gesperrt. Grund ist eine neue Welle regierungskritischer Proteste.
(Spiegel, 31.12.2017)

Proteste im Iran 2017/2018
Die Proteste im Iran 2017/2018 sind landesweite Proteste, die aufgrund wirtschaftlicher Probleme in Maschhad begannen und um politische Forderungen ergänzt wurden.
(Wikipedia)

Streit um Irans Atomprogramm - Atomabkommen 2015

Atomstreit mit Iran
Konflikt zwischen Iran und dem Westen: Die internationale Gemeinschaft will Teheran vom Bau der Atombombe abhalten. Irans Führung unter Präsident Rohani betont, die Kernenergie ausschließlich friedlich nutzen zu wollen. Aktuelle Informationen und Hintergründe zum Streit um das Atomabkommendem  mit dem Iran.
(Süddeutsche)

Trump hält am Atomdeal mit Iran fest - vorerst
Der US-Präsident will Sanktionen gegen den Iran nach Angaben des Weißen Hauses noch einmal aussetzen. Damit bleibt der Atomdeal vorerst in Kraft. Doch Trump macht Druck: Sollte nicht bald ein neues Abkommen folgen, wollen die USA aussteigen.
(Tagesschau, 12.1.2018)

Europa kämpft für das Atomabkommen - und gegen Amerika
Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben mit Iran verhandelt. Einig waren sie sich kaum – aber das Atomabkommen wollen sie unbedingt erhalten. Dabei geht es auch um das künftige Verhältnis zu Amerika.
(FAZ, 11.1.2018)

Trump und das Iran-Atom-Abkommen
Als "Desaster", "Blamage" und den "schlimmsten jemals ausgehandelten Deal" hat Donald Trump das Atom-Abkommen mit dem Iran angeprangert. Doch vor der letzten Konsequenz ist der US-Präsident nun doch zurückgeschreckt. Zumindest vorerst will er die historische Vereinbarung seines Vorgängers Obama von 2015 in Kraft lassen.
(MDR, 13.10.2017)

Einigung mit dem Iran:  Was im Atomabkommen steht
Es ist amtlich: Der Atomstreit mit dem Iran ist beendet, ein verbindlicher Vertrag unterschrieben. Doch was steht drin in dem rund 100-seitigen Papier?
(Tagesschau, 14.7.2015)

Chronologie zum Streit um das iranische Atomprogramm
Die wesentlichen Etappen von 2002 bis 2016.
(arte)

Irans umstrittenes Atomprogramm
Seit Sommer 2002 schwelt der Konflikt um Irans Atomprogramm: Das Land betont den friedlichen Charakter, doch international wächst die Sorge, Teheran könne sein Atomprogramm auch militärisch nutzen. Über welche Fähigkeiten verfügt Iran, und wie kann eine Lösung aussehen?
(Bundeszentrale für politische Bildung, 3.8.2009)

Das iranische Atomprogramm
Iran strebt offenbar eine Atomwaffenoption an und stellt daher eine große Herausforderung für die internationale Sicherheit dar. Sollte Iran seine Haltung nicht ändern, muss sich der UN-Sicherheitsrat mit der Sache befassen.
(Bundeszentrale für politische Bildung, 25.11.2005)

Das iranische Atomprogramm
Das iranische Atomprogramm umfasst nach offizieller Verlautbarung die Bemühungen, die Energieversorgung des Landes um die Nutzung der Kernenergie zu ergänzen. Diese Bemühungen wurden bereits im Jahre 1959 aufgenommen. Der Iran steht jedoch im Verdacht, auch die Entwicklung von Atomwaffen zu betreiben.
(Wikipedia)

Hintergrundinformationen Iran

Iran
1979 stimmten die Iraner zu 98 Prozent für die Islamische Republik. Seitdem entwickelt sich die Islamische Republik zu einem widersprüchlichen System, das republikanisch-demokratische und theokratisch-autoritäre Elemente vereinigt. Heute herrschen krasse soziale Gegensätze. Irans Gesellschaft ist jung und gut gebildet, aber gerade jungen Menschen droht die Arbeitslosigkeit. Zensur und staatliche Repressionen sind allgegenwärtig.
Dossier
(Bundeszentrale für politische Bildung)

Iran
40 Jahre nach dem Beginn der Islamischen Revolution wird der Iran erneut von Protesten erschüttert. Viele wirtschaftliche Probleme sind heute ähnlich wie in den 70er Jahren, auch erscheint das Regime kaum weniger repressiv und verknöchert als damals. Beiträge dazu im Themenschwerpunkt Iran.
(Qantara)

Iran-Report
Mit der Wahl Hassan Rohanis zum iranischen Präsidenten 2013 wurde in der iranischen Politik ein bedeutender Wandel eingeleitet. Besonders augenfällig ist dies im Kurswechsel der Atompolitik. Die Öffnung der iranischen Politik nach außen und die Ankündigung innenpolitischer Reformen werden im Land von den konservativen Kräften heftig bekämpft. Der Widerstand lässt Rohani und seiner Regierung wenig Spielraum. Der Iran-Report wertet monatlich Nachrichten verschiedener Quellen aus.
(Heinrich-Böll-Stiftung)

Iran ist anders
Als im Frühjahr 2011 die Menschen in Tunesien und Ägypten ihre Regierungen stürzten, blickte die Welt erneut auch auf Iran: Im Sommer 2009 hatte es dort Massendemonstrationen gegen das Regime gegeben, die sogenannte Grüne Bewegung forderte Reformen. Doch der Protest wurde blutig unterdrückt. Die Chancen auf eine Neubelebung sind gering, meint der Nahost-Experte Rudolph Chimelli.
(Bundeszentrale für politische Bildung, 10.6.2011)

Die Macht der Wächter
Zu Struktur und Dynamik des neuen Machtgefüges in Iran
Iran galt lange als Mullah-Staat. Doch der Klerus hat längst an Einfluss verloren. Schleichend aber stetig entwickelt sich Iran zu einer Militärdiktatur, die Reformbewegung bleibt außen vor. Alessandro Topa skizziert den Aufstieg der Revolutionsgarden und ein neues altes Machtgefüge in Teheran.
(Bundeszentrale für politische Bildung, 9.6.2010)

Kinder der Revolution - Die iranische Blogosphäre
Während der Proteste nach der Präsidentschaftswahl in Iran im Sommer 2009 wurden Posts bei Twitter und in Blogs zu unverzichtbaren Informationsquellen des Widerstands. Die iranische Blogosphäre gibt ein unverfälschtes Bild der Gespräche und Unterhaltungen der aufstrebenden, gebildeten Jugend.
(Bundeszentrale für politische Bildung, 20.11.2009)

Die Grüne Revolution 2009
Im Juni 2009 demonstrieren Tausende Iranerinnen und Iraner auf den Straßen Teherans. Sie werfen dem Regime vor, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2009 gefälscht zu haben. Das Mullah-Regime reagiert mit Härte auf die Demonstranten. Teheran wird zum Schlachtfeld.
(Planet Wissen)

Unterrichtsmaterialien

Das Ende des Atomstreits mit dem Iran
Arbeitsblatt mit einer Chronologie des Atomkonflikts, Informationen zum Atomabkommen sowie seiner Kritik.
(Frieden und Sicherheit)

Raving Iran - Begleitmaterial zum Film
Die islamische Republik hat uns gelehrt, Umwege zu gehen. Sie lieben es belogen zu
werden.“ Mit dieser Doppelmoral müssen Arash und Anoosh, zwei House-DJs in
Teheran, leben. Tag ein Tag aus kämpfen sie damit, in einem repressiven System ein
jugendliches Leben zu führen. Eine unerwartete Einladung in die Schweiz stellt die
beiden plötzlich vor die Frage: wollen sie den Iran für immer verlassen?

Materialien und Unterrichtsideen zum Comic: Persepolis - Eine Kindheit im Iran
Persepolis erzählt über das Leben eines Mädchens im Iran, das in einer Zeit
gesellschaftlicher Unruhen und Umbrüche aufwächst. Durch den Comicstil ist der Text
reduziert auf die wörtliche Rede der Protagonisten und die Kommentierung des Mädchens,
Große politische Ereignisse, verschiedene politische Systeme und die Namen politischer
Führer werden in kurzen Sätzen erwähnt, ohne jedoch die Sachverhalte näher zu erläutern.

Filme

Iran
Warum der Iran ständig in den Schlagzeilen ist
Wenn man in den Medien vom Iran hört, dann meistens in negativem Zusammenhang: Es geht um Terrorunterstützung, Islamismus und Atomwaffen. Aber der Iran hat noch eine ganz andere Seite. Unter anderem darum geht es in diesem Video.
(MrWissen2go, 1.11.2017)

Iran - eine kommende Großmacht?
Der Vertrag über das iranische Atomprogramm führte 2016 zur allmählichen Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen, die über das Land verhängt worden waren. MIT OFFEN KARTEN beschäftigt sich mit der Rückkehr des Iran auf die internationale Bühne, den wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist, sowie mit seiner politischen und diplomatischen Rolle in einer sehr instabilen Region
(Arte, Mit offenen Karten, 1.10.2016)

Raving Iran
"Die islamische Republik hat uns gelehrt, Umwege zu gehen. Sie lieben es belogen zu
werden.“ Mit dieser Doppelmoral müssen Arash und Anoosh, zwei House-DJs in
Teheran, leben. Tag ein Tag aus kämpfen sie damit, in einem repressiven System ein
jugendliches Leben zu führen. Eine unerwartete Einladung in die Schweiz stellt die
beiden plötzlich vor die Frage: wollen sie den Iran für immer verlassen? Begleitmaterial für den Unterricht.

The Green Wave
Film über die Protest-Bewegung 2009

 

Passend dazu im Themenkatalog

 
 
 
 
 
 

Iran

 

Die Islamische Republik entwickelt sich zu einem widersprüchlichen System, das republikanisch-demokratische und theokratisch-autoritäre Elemente vereinigt. Heute herrschen krasse soziale Gegensätze. Irans Gesellschaft ist jung und gut gebildet, aber gerade jungen Menschen droht die Arbeitslosigkeit. Zensur und staatliche Repressionen sind allgegenwärtig. Beiträge dazu im Dossier Iran der Bundeszentrale für politische Bidung.

 
 
 
 
 

Proteste

 

Seit Ende 2017 kommt es im Iran zu Protesten.  Zunächst gingen die Menschen vor allem gegen Armut, Arbeitslosigkeit und die schlechte Versorgungslage auf die Straße. Doch längst richtet sich die Unzufriedenheit gegen das politische System und seine religiöse Ordnung. Dazu der aktuelle Hintergrund der bpb.

 
 
 
 
 

Dossiers

 

Iran
(Qantara)
Iran

(FAZ)
Iran

(Neue Züricher Zeitung)
Iran-Konflikt

(Spiegel)
Iran

(Süddeutsche)
Iran

(Tagesschau)
Iran-Politik

(Welt)
Iran

(Zeit)