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Zwischen Protektionismus und Multilateralismus -Szenarien für die Weltwirtschaftsordnung von morgen

Die Kritik an der bestehenden Weltwirtschaftsordnung (Global Economic Governance) ist nicht neu. Sie hat aber mit der 2008 in aller Schärfe zutage getretenen Finanzkrise und der sich daraus entwickelnden globalen Wirtschaftskrise deutlich zugenommen und zu einer Vielzahl von Reformvorschlägen geführt. Diese betreffen neben der Regulierung der Finanzmärkte vor allem die drei zentralen Institutionen des Weltwirtschaftssystems: die sogenannten Bretton-Woods-Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) sowie die Welthandelsorganisation (englische Abkürzung: WTO). Auch dazu hat es schon seit Langem Reformvorschläge gegeben, die aber in der Vergangenheit nahezu wirkungslos verpufften. Angesichts dieser Kritik und des offensichtlichen Versagens dieser Institutionen bei der Bewältigung der globalen Krise ist es um so erstaunlicher, dass der G20-Gipfel der zwanzig bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer im April 2009 in London, dem IWF wiederum eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Krise zuschrieb. Deutschland ist als größte Exportnation, drittstärkste Wirtschaftsmacht weltweit und bedeutendste ökonomische Kraft Europas einerseits ein wichtiger Faktor bei der (Um-) Gestaltung der Weltwirtschaftsordnung, andererseits – wie die globale Krise zeigt – auch in besonderem Maße von deren Verwerfungen betroffen. Dennoch ist der politische und öffentliche Diskurs in Deutschland (wie in den meisten anderen Ländern) überwiegend von einer nationalen Sichtweise geprägt, die in den Stichworten „Opel“ oder „Arcandor“ zum Ausdruck kommen. Über diesem sicherlich lobenswerten Bestreben, zunächst einmal „nationale“ Arbeitsplätze zu retten, kommt die globale Sichtweise zu kurz. Gerade der „Exportweltmeister“ Deutschland ist in besonderem Maße auf offene, globale Märkte angewiesen. Eine Flucht in den Protektionismus, wie sie ansatzweise in vielen nationalen Stimulierungsprogrammen zum Ausdruck kommt, hätte gerade für Deutschland verheerende Auswirkungen. Insofern ist die zukünftige Gestaltung des Weltwirtschaftssystems für Deutschland von besonderer Bedeutung. Natürlich kann niemand die Zukunft vorhersagen. Doch die Szenario-Methode bietet eine gute Möglichkeit, unterschiedliche „Zukunftsbilder“ zu entwerfen, die der Politik potenzielle Handlungsoptionen aufzeigen. Im Unterschied zu den bisher in der Reihe „Kompass 2020“ erschienenen Texten wurden für den vorliegenden Text die vier Szenarien zur Zukunft des Weltwirtschaftssystems bis zum Jahr 2020 nicht allein vom Autor verfasst. Vielmehr wurden sie vom Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Genf von April 2008 bis April 2009 eigens mit einem internationalen Team von 25 Teilnehmern aus 17 Ländern „erarbeitet“. Diese Szenarien wurden, wie bei dieser Methode üblich, mit graphischen Symbolen – in diesem Fall aus dem Tierreich – gekennzeichnet. Die Zukunftsprojektionen bewegen sich in der Spannbreite zwischen Protektionismus und „wahrem“ Multilateralismus unter Einschluss eines „business-as-usual“-Weges und eines von regionalen Blöcken geprägten Szenarios.

Inhalt:

Inhaltsverzeichnis:

Abstract....................................................................2

I. Das Versagen der gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung.......................................... 3

I.1 Globale Krise – verschärfter Reformdruck................................................................. 3

I.2 Viele Vorschläge – wenig Umsetzung....................................................................... 5

I.3 Die Notwendigkeit einer neuen Sichtweise............................................................... 7

II. Deutschland im Weltwirtschaftssystem........................................................................ 8

II.1 Der Exportweltmeister und die globale Krise.............................................................. 8

II.2 Das globale Denken kommt zu kurz........................................................................... 8

III. Die Zukunft der Weltwirtschaftsordnung: Vier Szenarien.......................................... 10

III.1 Szenario 1: Heruntergekommener Nationalpark – Weiter im alten Trott............... 10

III.2 Szenario 2: Marsch der Elefanten – Konkurrierende regionale Blöcke...................12

III.3 Szenario 3: Das Gesetz des Dschungels – Dem Abgrund entgegen...................... 14

III.4 Szenario 4: Harmonisches Naturreservat – Wahrer Multilateralismus.................. 15

III.5 Mehr über „Regionalismus“ und „Multilateralismus“...........................................17

III.5.1 Regionalismus..................................................................................................17

III.5.2 Multilateralismus............................................................................................ 22

IV. Handlungsoptionen der deutschen Politik................................................................. 27

IV.1 Nur gemeinsam (europäisch) sind wir stark.......................................................... 27

IV.2 Zwischen Protektionismus und Multilateralismus................................................. 28


Anbieter: Friedrich-Ebert-Stiftung




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