Zukunft der Gewerkschaften - Aus Politik und Zeitgeschichte (B 47-48/2003)
Das deutsche Erfolgsmodell der Tarifverhandlungen zwischen organisierten Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften steht auf dem Prüfstand. Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Die Globalisierung, die Europäisierung, die Tertiarisierung und die Digitalisierung der Arbeitswelt sowie die Pluralisierung von Lebensstilen, eine neue Vielfalt von Beschäftigungsformen, die Zunahme der Erwerbstätigkeit von Frauen, aber auch die Alterung der Gesellschaft haben die Sozialpartner vor neue Herausforderungen gestellt. Reformen sind unabdingbar. Die Arbeitgeberseite setzt sich für flexibilitätssteigernde, beschäftigungsfördernde Reformen der Tarif-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ein, die Gewerkschaften lehnen diese weitgehend ab. Sie gelten deshalb als Reformbremser und werden zum Sündenbock gemacht. Ihnen wird eine Mitschuld an der anhaltenden Wirtschaftskrise, an steigenden Sozialkosten, fehlenden Arbeitsplätzen und an der Investitionszurückhaltung der Arbeitgeber zugeschrieben. Das Streikdesaster um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland und die Schlammschlacht um den Vorsitz der IG-Metall haben zu einem weiteren Imageverlust und einem drastischen Rückgang der Mitgliederzahl der Gewerkschaften beigetragen. Diese und weitere Aspekte der Zukunft der Gewerkschaften werden in dieser Beilage aufgegriffen.
Inhalt:
Editorial
Streik ist wie Krieg
Der neue Arbeitsmarkt und der Wandelder Gewerkschaften
Der neue Strukturwandel: Herausforderung und Chance für die Gewerkschaften
Unvermindert wichtig: Gewerkschaften vor alten und neuen Aufgaben
Der Arbeitskampf als Instrument tarifpolitischer Konfliktbewältigung
Anbieter: Bundeszentrale für politische Bildung
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