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Propaganda - fluter Nr. 63/2017

Fake News und postfaktisch: Das sind zwei Schlagwörter, die für eine bedenkliche Entwicklung stehen. Einerseits wird klassischen Medien vorgeworfen, zu lügen - andererseits werden im Internet Gerüchte verbreitet, die Menschen beschädigen oder sogar Wahlen beeinflussen. Wo sich Menschen Meinungen mithilfe von Massenmedien bilden, ist Propaganda nicht weit. Sie ist der Versuch, kollektive Überzeugungen und Emotionen zu formen, zu synchronisieren und für zielgerichtetes Handeln zu motivieren. Propaganda wird von unterschiedlichsten Akteuren eingesetzt. Staaten, Medien, Unternehmen, Gruppen, Einzelpersonen – sie alle nutzen ihre Instrumente für sich. Ob es darum geht, Kriege zu legitimieren, sich selbst, die eigene Leistung oder eigene Produkte besser dastehen zu lassen, oder darum, andere Meinungen und Menschen zu diffamieren. Die Mittel für Propaganda sind heute vielfältiger als je zuvor. Waren früher Radio, Film, Fernsehen und Presse die wichtigsten propagandistischen Plattformen, so kommen heute die verschiedenen Netzwerke und Formate der digitalen Medien hinzu. Propaganda erschöpft sich längst nicht mehr in Worten, Bildern oder Zahlen. Algorithmen, Likes und Social Bots sind heute ebenfalls fester Bestandteil. Fake News stehen dabei für eine bedenkliche Entwicklung. Die Wirkung von Gerüchten und gezielten Falschmeldungen im Netz kann massiv sein– für einzelne Menschen, aber auch für Gruppen oder sogar Staaten. Propaganda arbeitet mit den Ängsten und Hoffnungen der Vielen. Sie verspricht, zu den Starken, Guten, zu den Siegern zu gehören. Aber der Preis der einfachen Wahrheiten ist der Zusammenhalt durch Unterwerfung. Die Kehrseite geschlossener Systeme des Meinens ist die Gewalt gegen Andersdenkende und die oft genug neurotische Ausblendung realer Widersprüche.

Anbieter: Bundeszentrale für politische Bildung



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